Im direkten Duell um Platz zwei in der

Es sind gerade erst zwei Minuten gespielt, als es zum ersten Mal im Radkersburger Kasten einschlägt, wieder einmal ist es Samuel Schwarz, der in einer Eins-gegen-Eins-Situation die Nerven behält und dem gegnerischen Goalie, in diesem Fall Simon Taschner, keine Chance lässt. Der Kirchbacher Torjäger steht auch in der 4. Minute im Mittelpunkt, als er nach einem Corner mit dem Kopf zur Stelle ist und auf 0:2 stellt. Nach 18 Minuten gelingt Samuel Schwarz gelingt das seltene Kunststück eines lupenreinen Hattricks, wieder läuft er alleine auf Radkersburgs Schlussmann zu und verwertet den Pass in die Spitze trocken zum 0:3. Nun stemmen sich die Hausherren mit aller Macht gegen die drohende Schlappe und kommen in der 32. Minute durch einen Abstauber von Semir Spahic - nach zu kurzer Abwehr von Kirchbachs Tormann Christoph Maier - zum 1:3. Das Aufbäumen des Gastgebers in der verbleibenden ersten Hälfte wird mit keinem weiteren Tor belohnt, stattdessen kommen die Gäste in der 45. Minute zu einer guten Kontermöglichkeit, können die 4:2-Überzahl jedoch nicht nützen, weshalb zur Pause noch Hoffnung für Radkersburg besteht.

Die Hausherren haben den Anstoß zur zweiten Halbzeit, verlieren jedoch den Ball im Mittefeld und werden in der Defensive ausgehebelt, Samuel Schwarz führt mit seinem vierten Treffer die endgültige Entscheidung in diesem Match herbei. Nach etwas mehr als einer Stunde zeigt Kirchbach dann keine Gnade mehr mit seinem Kontrahenten: zuerst legt Jaka Bizjak uneigennützig auf Samuel Schwarz ab und ermöglicht ihm das Husarenstück von fünf Toren am Stück (63.), kurze Zeit später trifft der slowenische Goalgetter dann selbst zum 1:6 (66.). In der 75. Minute besorgt Cristoffer Koschatzky das 1:7, die schöne Vorarbeit lieferte Anze Stegne, dieser wiederum lässt in Minute 84 zwei gegnerische Verteidiger stehen und fixiert den historischen 8:1-Auswärtssieg der Kirchbacher.

Im Mittwochabendspiel der 21. Runde in der

Neben Michael Weiland sorgte auch Sebastian Lafer für eine Schrecksekunde, als er beim Warmmachen fast kollabierte und für das Match passen musste, für Riegersburgs Zehner stand Kevin Iber in der Startaufstellung. Alles andere als ein glücklicher Beginn für die Gastgeber, die ohnehin schon auf den gelb-rot-gesperrten Verteidiger Marcel Maier zu verzichten hatten. Dennoch stand man nach einer viertelstündigen Drangphase der Radkersburger defensiv sehr diszipliniert und konnte die Gäste immer wieder davon abhalten, aus ihrem Ballbesitz auch Chancen herauszuspielen. Die SU Riegersburg kam bei drei Eckbällen zu ihren Gelegenheiten, die beste davon hatte Marko Krsnik, der die Kugel aber übers Tor haute. Gegen Ende der torlosen ersten Halbzeit begann es schon leicht zu tröpfeln, ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die 150 Zuschauer im Grazbachstadion noch erwarten sollte.

Kurz nach dem Seitenwechsel gelang den favorisierten Radkersburgern das 0:1, wobei Michael Weiland sein einziger schwerer, aber leider folgenschwerer Fehler in dieser Partie unterlief. Riegersburgs tapferer Schlussmann verschätzte sich bei einer Flanke von Marcel Hernach, Semir Spahic war vor ihm mit dem Kopf am Ball und ließ die Gäste das erste Mal an diesem Abend jubeln. Die Hausherren reklamierten bei Schiedsrichter Alfred Hofer vehement auf Abseits, Ferdinand Schöberl holte sich dabei Gelb ab. In der 60. Minute kam es zu einer Rangelei zwischen dem Riegersburger Routinier und Haris Cerkic, letzterer fiel zu Boden, woraufhin Schöberl die rote Karte sah und sich auch noch mit dem Referee anlegte. Die sportliche Führung der dezimierten Gastgeber reagierte und brachte frische Kräfte, Jakob Wagner kam für den müden Kevin Iber und Patrick Flasser für den angeschlagen Stefan Pold, gegen ein eingespieltes Team wie Radkersburg war es in Unterzahl jedoch sehr schwer, noch etwas ausrichten zu können. Trotzdem hatte die Hubmann-Truppe nach drei weiteren Cornern und zwei von Zan Zdovc bzw. Trajce Velicki knapp nebens Tor gesetzten Freistößen ihre Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen. Aber in der 79. Minute brachte das 0:2 durch Sturmtank Bojan Fajfar, der zwei Minuten zuvor noch am starken Michael Weiland gescheitert war, die Entscheidung in diesem Match, die Vorarbeit kam wieder von Marcel Hernach.

In Minute 82 unterbrach Schiri Hofer die Partie für zehn Minuten, da ein heftiges Unwetter über dem Grazbachstadion tobte und die Sicherheit aller Beteiligten stark gefährdete. Nach der Fortsetzung kamen die Gäste zu weiteren Chancen, da Riegersburg aufmachte und hinten nur mehr mit Dreierkette agierte, doch Michael Weiland konnte weitere Gegentreffer verhindern. In der Nachspielzeit hatte dieser dann aber auch das Glück des Tüchtigen, als Bojan Fajfar mit einem Schuss nur die Stange traf (91.). So blieb es beim 2:0-Auswärtserfolg für den FC Bad Radkersburg, der damit im Rennen um Platz zwei gegenüber Kirchbach vorlegen konnte.

Nachdem Josef Unger erst vergangenen Mittwoch das Traineramt beim

"Vom Resultat her hat sich der Trainereffekt eingestellt, der Mannschaft war aber noch die Verunsicherung aufgrund der jüngsten Ereignisse anzumerken", gibt Radkersburgs Sektionsleiter Christian Jurkowitsch zu und fährt fort: "Für den Trainer war es aber auch nicht einfach, in so kurzer Zeit etwas zu bewirken!"

Alles begann ganz nach dem Geschmack der Hausherren, als in der 8. Minute Gästetormann Patrick Dietrich einen Corner zu kurz abwehrte und Darjan Slavic den Ball an der Strafraumgrenze übernahm und zum 1:0 einschoss. "Das war auch ungefähr der Zeitpunkt, an dem wir aufgehört haben, Fußball zu spielen", bleibt Jurkowitsch weiterhin selbstkritisch, "wir waren zwar bemüht, aber die Partie war sehr zach für uns, Sinabelkirchen war immer aus Kontern gefährlich." Bis zum Halbzeitpfiff konnten die Gäste jedoch kein Kapital aus der Radkersburger Unsicherheit schlagen, gegen die Josef Unger vor dem Seitenwechsel ein Zeichen setzen will und Kapitän Robin Mass auf der Bank lässt, für ihn kommt Tadej Lukman.

Doch zunächst geht der Schuss mit der Auswechslung nach hinten los und Sinabelkirchens Toptorschütze Martin Pfeifer kann die Partie zwischen der 51. (nach einem unnötigen Ballverlust der Gastgeber im Mittelfeld) und 54. Minute (nach schwerem Abwehrfehler) auf 1:2 stellen, was zu diesem Zeitpunkt keineswegs unverdient ist. Aber Radkersburg reagiert und kommt nur weitere drei Minuten später zum Ausgleich durch Zeljko Balen, der einen von Haris Cerkic kurz abgespielten Freistoß ins Netz jagt. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dessen Verlauf beide Seiten ihre Chancen vorfanden, wobei die Gäste mit einem Stangenschuss die beste Möglichkeit zu verzeichnen hatten. In der 69. Minute kann Radkersburgs Goalgetter Bojan Fajfar eine wunderschöne Kombination über die linke Seite, nach Pässen von Haris Cerkic und Marcel Hernach zum 3:2 abschließen. Der neuerliche Führungstreffer bringt jedoch nicht die erwartete Stabilität ins Spiel des Gastgebers, dessen Fans noch bis zur 91. Minute zittern müssen, ehe sie Bojan Fajfar (hält nun wie Martin Pfeifer bei 17 Saisontreffern) mit seinem zweiten Treffer zum 4:2-Endstand erlöst. "Wir haben den nötigen Willen gezeigt und waren am Ende die Glücklicheren", zieht Christian Jurkowitsch sein Fazit der Begegnung und meint im Hinblick auf das Rennen um den zweiten Platz: "Die Heimpartie gegen Kirchbach am nächsten Samstag wird das Spiel der Spiele, in dem sich dieses spannende Duell entscheiden wird."

Geschrieben von Udo Langmann